Giardien

Giardien sind sehr kleine, parasitäre Einzeller, die sich vor allem dort wohlfühlen, wo viele Tiere auf engem Raum zusammen leben müssen, und wo eine flächendeckende Desinfektion nicht möglich ist.

Sie befallen neben anderen Tieren, Hunde und Katzen und nisten sich vor allem im Dünndarm ein. Viele Tiere haben Giardien im Verdauungstrakt, ohne Symptome zu zeigen.

Die meisten Hunde und Katzen mit einem starken Immunsystem können alleine gegen die Parasiten angehen, eine Infektion wird hier meist gar nicht bemerkt.

Einige leiden jedoch an Übelkeit, Bauchschmerzen und vor allem (lang anhaltenden oder immer wiederkehrenden) Durchfällen, die als klassischer Hinweis auf Giardien gelten.

Diese Tiere sind nicht alleine in der Lage, die Giardien zu bekämpfen und benötigen veterinärmedizinische Hilfe.

Lebensgefährlich sind Giardien in der Regel nicht! Sollte Ihr Hund oder Ihre Katze an wiederkehrendem oder anhaltendem Durchfall, meist gelblich, hin und wieder auch blutig, leiden, empfehlen wir Ihnen, beim Tierarzt eine Kotprobe abzugeben und diese auf Giardien untersuchen zu lassen.

Sollte Ihr Tier betroffen sein, gibt es wirksame Medikamente gegen den Befall.

Wir haben gute Erfahrungen mit dem Wirkstoff Fenbendazol (zum Beispiel Panacur) gemacht.

Die Dosierung beträgt 50 mg/kg KGW 1x täglich über 5 Tage, dann je nach tierärztlicher Empfehlung 3 oder 7 Tage Pause und dann eine erneute Behandlung über fünf Tage. In seltenen Fällen kann es passieren, dass die Giardien sich während der Behandlung in die Galle des Tieres zurückziehen und danach erneut in Erscheinung treten.

Eine erneute Kotuntersuchung und gegebenenfalls die Wiederholung der Behandlung nach 4-6 Wochen sind hier nötig.

Hin und wieder sprechen einzelne Tiere nicht auf die Behandlung mit Fenbendazol an. Hier empfiehlt sich eine Behandlung mit Metronidazol. Da dieses Medikament den Organismus jedoch stärker belastet, ist Panacur auf jeden Fall vorzuziehen.

Da Giardien mit dem Kot ausgeschieden werden und auch außerhalb des Organismus ziemlich lange lebensfähig sind, findet eine Übertragung von einem Tier auf das andere meist über Schnüffeln am Kot oder an verunreinigten Flächen statt.

Auch geteilte Futternäpfe sind potenzielle Überträger. Während der Behandlung ist es deshalb sinnvoll, andere Tiere im Haushalt gleich mitzubehandeln.

Wir raten, den Kot der Tiere sofort zu entfernen und Näpfe, Lager, Decken und Co. regelmäßig zu desinfizieren und die Analregion des Tieres zu waschen!

Achtung: Giardien überleben Temperaturen von bis zu 70°. Daher sollten Näpfe und Decken abgekocht werden.

Prohylaxe: Entsorgung des Hundekotes! Untersuchung von verdächtigen Hunden mit Sammelkotprobe über mehrere Tage.

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