Sehnsucht, Realität und Hoffnung

                                                          

Nach Ungarn ist vor Ungarn und kaum bin ich weg macht sich auch schon wieder die Sehnsucht nach dem „Zurück“ in mir breit!

Dieses Mal hatte ich Rebecca als Begleitung dabei und wir hatten uns vorgenommen, alle Hunde gut anzuschauen, zu fotografieren und viele kleine Videos zu machen. Das Wetter spielte mit und so stand unseren Taten nichts im Wege.

Die ungarische Crew begrüßte uns freundlich und alle hatten gute Laune und Freude an einer gemeinsamen Woche in der wir viel Spaß haben und stetig als Team weiter zusammen wachsen sollten.

Rebecca und ich waren in allen Gehegen und mit ganz vielen Hunden im Auslauf. In manchen Momenten hatten wir die Idee, dass es überall nur so wuselte vor Hunden und man konnte gar nicht schnell genug alles per Bild oder Video festhalten.

Das Unterfangen wird noch schwieriger wenn man eine konkrete Vorstellung davon hat, wer ins Visier genommen werden soll, und je jünger die Fotomodelle desto schwieriger die Umsetzung :) Begeistert haben uns unsere schwarz-weißen Junghunde Porthos, Athos und Armis.

Einer ist süßer als der Andere und doch sind die drei recht unterschiedlich vom Wesen her.

Porthos, der jetzt bereits ein Reiseticket in ein neues Leben ergattert hat ist der Schüchternste von den Dreien.

Athos ist eine wahre Frohnatur, er hüpft und springt vor Freude wie ein kleines Känguru.

Dass er uns, nassgeschwitzt dank Temperaturen weit über 28 Grade dabei, wunderbare Kratzer und sandige Striemen verursachte, interessierte ihn gar nicht und, wissen Sie was, uns eigentlich auch nicht :):):)

Zur Erinnerung haben wir den einen oder anderen blauen Flecken mit nach Hause genommen.

Video Athos

Aramis ist eine Schmusebacke. Er legt sich immer sofort hin und lässt sich ausgiebig sein Bäuchlein kraulen. Er ist so sanft und fast unterwürfig, dass wir uns diesen „kleinen“ Troll auch in einer Familie mit kleinen Kindern vorstellen können.

Neben unserer schwarz-weißen Truppe haben wir ja aber auch noch unsere „schwarze Junghundebande“. Auch diese kleinen Wesen warten auf eine Familie, und es ist so drollig ihnen beim gemeinsamen Toben und Spielen zuzusehen. Obwohl sie Geschwister sind, sind sie alle vom Wesen her völlig unterschiedlich.

Die Ängstlichste ist die hübsche Bianka. Sie ist eine ganz bezaubernde kleine Seele mit schwarzem Fell durch das ein Schimmer Braun gezogen ist. Bianka ist verhalten, schaut sich gerne alles aus der Ferne an und zeigt dennoch Interesse an dem was um sie herum geschieht.

Toni zeigt an allem Interesse, verhält sich hierbei aber schüchtern. Andere Hunde findet er toll und schaut den Mutigeren auch deren Verhalten ab.

Amanda ist recht aufgetaut. Sie ist eine Frohnatur, die gerne Spielen mag und die ihre Hundekumpels ebenfalls toll findet. Tja und dann haben wir noch Jo. Er ist ähnlich wie Amanda ein wenig struppiger im Fell und vom Wesen her ein kleiner Rabauke. Er ist Menschen gegenüber sehr verhalten, Hunden gegenüber testet er gerne mal aus.

Das wiederum ist nicht schlimm, denn so lernt er und ist zurzeit bei Andy und Imola in der Schule:).

Als wir gleich am ersten Tag auch unsere Hunde in den Gnadenwald-Bereichen besucht hatten, wurden wir zum ersten Mal in dieser Woche damit konfrontiert, dass es Nudli anscheinend nicht so besonders gut ging. Sie lag im Wald und schaute uns zwar interessiert an. Ans Gitter kam sie aber nicht.

Gabor hatte ihr Verhalten bereits registriert und der Tierarzt war ebenfalls schon informiert. Für den kommenden Tag war sein Besuch angekündigt. Am Dienstag dann also holte uns die Realität ein!

Die niederschmetternde Diagnose bei Nudli hieß Babesiose. Wie die meisten von Ihnen, sicherlich aufgrund zweier separater Berichte hierüber schon wissen, hat Nudli es trotz aller Mittel und Möglichkeiten nicht geschafft……

Der 16. Mai hat sich daher für immer in mein Gedächtnis eingebrannt. Ein Tier sterben zu sehen ist grausam, es beim Sterben zu begleiten ist hoch emotional und sehr schwer, es alleine zu lassen aber wäre unmenschlich………. Zu frisch war für mich noch die Erinnerung an Carl, Kevin und Ken, welche im Dezember hintereinander verstarben, daher konnte ich Nudli nicht alleine auf der Krankenstation liegen lassen, mein Inneres sagte mir, dass es besser war bei ihr zu sein.

Kurz bevor Nudli starb bellten und heulten plötzlich alle Hunde im Tierschutz-Zentrum und es war als hätten sie es alle bereits vor uns gewusst. Es klang wie ein Abschiedslied für Nudli! Ein Moment für die Ewigkeit………..

Dieser Tag war überschattet von diesem Ereignis und manches Mal muss man einfach seine Vorsätze sein lassen und sich Zeit nehmen zum Innehalten. Das ist im Tierschutz-Zentrum nicht leicht, denn trotz solcher schwierigen Situationen muss es weiter gehen, die Versorgung muss laufen und einige andere Kranke müssen weiterhin versorgt werden.

Gleichzeitig sieht man dann, z.B. auf der Terrasse sitzend, einer Babett und einem Haver zu, wie sie die Sonne genießen oder Szepi der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Blätter vom Baum pflücken zu wollen.

So wird einem vor Augen geführt, wie nahe der Tod am Leben ist und das Leben am Tod…….

In den nächsten Tagen gingen wir erneut daran uns mit den Hunden des Tierschutz-Zentrums zu beschäftigen und ihr Tun und Treiben in Bildern fest zu halten.

Ein Hund der uns total begeistert hat ist Teo!

Was ist dieser kleine Mini-Ridgeback-Mischlings-Rüde für ein tolles und pfiffiges Kerlchen. Teo ist ein Gute-Laune-Hund. Er mag Menschen sehr und seine größte Leidenschaft ist die Gartenarbeit.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Teo gärtnert! Dass wir das live miterleben durften, hat uns Tränen vor Lachen in die Augen getrieben und wir hatten mit ihm im Auslauf eine Menge Spaß.

Sollten Sie also Teo adoptieren wollen, dann sollten Sie entweder Freund eines Naturgartens oder nicht pingelig sein, oder vielleicht gar keinen Garten haben:), etwas dazwischen gibt es vermutlich nicht.

Bitte rufen Sie uns einfach an oder schreiben uns, wenn Sie nun neugierig auf Teo geworden sind, dann berichten wir Ihnen gerne mehr.

Ein weiterer besonderer Hund ist Ludwig!

Er ist ebenfalls ein Gute-Laune-Hund mit feinen Antennen für uns Menschen. Ludwig mag Streicheleinheiten über alles, er ist super gut verträglich mit seinen Artgenossen und hat immer ein „Auge“ für uns Menschen, und für das was wir gerade von ihm wollen.

Das klingt nach: Easy-Going-Hund! Stellt sich nur noch die Frage, warum er noch nicht entdeckt wurde……………………

Und hier, genau bei dieser Frage, werde ich nachdenklich und auch ein wenig traurig. Und wissen Sie warum?

Nun, das hat damit zu tun, dass mich folgender Gedanke nicht mehr loslässt:

Je mehr wir im Tierschutz-Zentrum tun für die dort aufgenommenen Hunde, je mehr wir für eine artgerechte Unterbringung derer sorgen, die dauerhaft bei uns bleiben, desto mehr scheinen die Hunde, für die die Welt offen stünde, würden sie nur entdeckt werden, unterzugehen. Wir empfinden es als unsere Aufgabe, als unsere Pflicht, in Not geratene Tiere aufzunehmen und diesen zu helfen.

Wir erachten es als immens wichtig, denen die keiner mehr will einen Lebensplatz zu ermöglichen. Genau darum bitten wir Sie auch immer und immer wieder, uns und unsere Projekte diesbezüglich zu unterstützen. Aber bitte lassen Sie es nicht zu, dass unsere vermittelbaren Schützlinge darunter leiden und sie zu Dauergästen werden!

Das ist denen gegenüber nicht fair und es ist auch all denen gegenüber, die eine Aufnahme im Tierschutz-Zentrum dringend benötigen, nicht fair, denn auch unser Platz ist doch nur begrenzt.

Bitte helfen Sie mit, unsere Tierschutzarbeit leben zu können. Helfen Sie mit diesen Kreislauf in Bewegung zu halten. Doch nur ein Gleichgewicht in der Aufnahme derer die Hilfe brauchen, ein Platzangebot auf Lebenszeit und eine laufende Vermittlung ermöglicht uns unseren Tierschutz-Gedanken zu leben und vor allem zu praktizieren.

Viele tolle Hunde warten mitunter schon seit Monaten oder Jahren auf eine Ausreise. Helfen Sie mit für diese Tiere ein Heim zu finden, indem Sie Flyer aufhängen, unsere Posts auf Facebook teilen und indem Sie Menschen aktiv auf unsere Arbeit und unsere Schützlinge ansprechen.

Junge Hunde wie Olivia oder Cuki sind bisher völlig ohne Anfrage. Liegt es daran, dass es ihnen vermeintlich zu gut geht?

Video Olivia und Cuki

Die hübsche Luna oder unser knuffiger Coco warten genauso wie unsere kleineren Schützlinge. Denken Sie nur an Jamie oder Szurine, beides völlig unterschiedliche Hunde, beide jedoch besonders liebenswert!

Video Coco

Wenn man sich unsere Tiere genauer anschaut wird man feststellen, dass wir eigentlich für jeden Topf das richtige Deckelchen haben.

Denn, wir haben auch die „Foxterrier-Vertreter“ in unserer Obhut mit Foxi und Natasa, eine „Wild-Gang“ mit Füge und Doris und die „Wilde-Hummel-Bande“ mit Andy und Imola. So oft schon haben wir versucht für unsere älteren Semester Werbung zu machen, genau wie für unsere Unverträglichen.

Denken Sie an Bones, Fitzko, Lena, Farao, Izi und und und……..

Sie alle warten und warten und warten und am Ende war das Tierschutz-Zentrum ihr zuhause ohne dass Sie je auch nur eine Chance bekommen haben. Bitte durchbrechen Sie mit uns diesen Kreislauf und schenken Sie Hoffnung!

Und genau mit dieser Hoffnung möchte ich diesen Bericht schließen, denn ich glaube an folgendes Zitat:

Hoffnung ist nicht die Überzeugung,
   dass etwas gut ausgeht,

   sondern die Gewissheit,
   dass etwas Sinn hat,

   egal wie es ausgeht! „
           (Vaclav Havel)


Alles Liebe Anke

Kontakt

Tierschutz-Zentrum

Gàbor Izsàk | Swiss Ranch
Sachkundig nach §11 TierSchG Deutschland und § 10 LHundeG NRW Deutschland

Matko 3, in H-6034 Helvécia 
Tel: 0036 76 / 701 297

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