Leishmanien

Der Erreger der Leishmania infantum ist ein einzelliger Parasit, der von der Sandmücke als Vektor übertragen wird.

Leishmaniose kommt häufig im Mittelmeergebiet vor, dort sind über 50% der Hunde Antikörper positiv, die Hälfte der betroffenen Tiere zeigt keine Symptome. 80% werden diese allerdings noch entwickeln.

Die Leishmaniose breitet sich immer mehr aus. Es gibt auch in Deutschland schon Fälle bei Hunden die Deutschland nie verlassen hatten.

Der Erreger kann auch über den Deckakt von Tier zu Tier übertragen werden oder gar über die Plazenta vom Muttertier auf ihre noch ungeborenen Welpen.

Die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung kann zwischen vier Wochen und sieben Jahren liegen!!! Nicht alle Tiere die infiziert sind erkranken.

Die Tiere, die erkranken sind meist zwischen 2 und 4 Jahre alt, oder über 7 Jahre.

Die Hauptsymptome dieser Erkrankung sind: Schuppige, entzündliche Haut, Hautgeschwüre, Knoten in der Haut, Hornbildung an Nase und Ballen.  Ein Abschälen der Haut rund um die Nase, Krallenveränderungen, entzündete Augenlider.

Allgemeine Symptome: Fieberschübe, Gewichtsverlust, Lahmheit durch entzündete Gelenke, Erkrankungen von Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm, Nieren, Nasenbluten, Blutarmu,t Lymphknotenschwellungen, Hirnhautentzündung, Augenentzündungen, Apathie

Diagnose:

Nachweis von Antikörpern (indirekter Nachweis):

Die Höhe der Antikörper korreliert nicht mit der Schwere der Erkrankung. Eine Therapiekontrolle ist nicht möglich, da die gebildeten Antikörper sehr, sehr lange, sehr hoch bleiben. Ein Ergebnis ist nicht 100% verlässlich. Oft gelingt ein Antikörper-Nachweis erst Wochen oder Monate nach der Infektion.

Viele der Tiere legen nur wenige Antikörper an.

Nachweis des Erregers in Haut, Knochenmark, Lymphknoten, Milz (direkter Nachweis):

Nur in seltenen Fällen wird der Erreger mikroskopisch in Lymphknoten oder im Knochenmark entdeckt. Besser ist hier der PCR Nachweis (Nachweis von Genmaterial des Erregers Polymerase-Chain-Reaction), da sie sehr genau und sehr sensibel ist.

Therapiekontrolle ist möglich. Man benötigt hierfür Material aus den Lymphknoten, dem Knochenmark oder einen Abstrich aus beiden Bindehäuten der Augen.

Therapie:

Leishgard-/Milteforan/-Glucantime/-Allopurinol

Es gilt, Hunde ohne Symptome "sanft" zu behandeln.

Zum Beispiel in frühen Krankheitsstadien oder bei milden Symptomen mit Leishgard (Domperidon). Dies stärkt das Immunsystem.

Milteforan (Meltefosine) wird über vier Wochen einmal täglich eingenommen. Es wird nicht über die Nieren ausgeschieden und verursacht leider oft Magen-Darm-Nebenwirkungen.

Glucantime (pentavalentes Antimonpräperat) wird gespritzt, dies über drei bis vier Wochen, es tötet die Erreger ab und kann auch mit Allopurinol kombiniert werden. Während dieser Therapie ist eine wöchentliche Nierenkontrolle nötig!

Allopurinol ist eigentlich ein Gichtmittel. Es muss zwei Mal täglich eingenommen werden. Es ist sehr gut verträglich, birgt jedoch die Gefahr einer Kristallbildung im Harn. Dies muss kontrolliert werden!!!

Prophylaxe:

Keine Reise mit dem Tier in endemische Länder!

Schutz vor dem Überträger! Spot-on-Präparate/Repellentien müssen alle 2 Wochen aufgetragen werden!

Die derzeitige Impfung ist umstritten. Der Hund erkrankt nicht, kann sich jedoch infizieren. Die Impfung muss dann aber lebenslänglich fortgeführt werden. Es bilden sich bei geimpften Tieren Antikörper, die von denen der Infektions-Antiköper nicht zu unterscheiden sind.

Gefahr für den Mensch? JA! Die Leishmaniose ist eine Zoonose.

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