Babesien

Babesiose:

Zecken können gleich mehrere gefährliche Krankheiten übertragen, wenn sie sich an einem Tier festsaugen.

Achtung:

Die hier vorgestellten Krankheiten sind nicht ungarnspezifisch und können Ihr Tier auch in Deutschland erwischen!

Die durch Babesien ausgelöste und von der Auwaldzecke übertragene Babesiose wird im Volksmund auch Hundemalaria genannt. Sie wird ausschließlich über Zecken übertragen und ein erkranktes Tier kann weder Tier noch Mensch anstecken!

Bis vor einigen Jahren galt sie als Mittelmeerkrankheit, inzwischen tauchen jedoch immer mehr Überträgerzecken auch in Süddeutschland auf.

Die Babesien pflanzen sich auf den roten Blutkörperchen fort und zerstören diese. Es kommt daraufhin zu einer Anämie.

Man unterscheidet den akuten, den subklinischen und den chronischen Verlauf.

Beim akuten Verlauf setzen fünf Tage bis drei Wochen nach der Infektion die typischen Symptome plötzlich und stark ein: Mattheit, Blutarmut (bemerkt man an Blässe der Schleimhäute), dunkel oder blutig gefärbter Urin, Fieber, Fressunlust.

Darauf folgt, häufig eine Gelbsucht, Leber- und Milzvergrößerung und in schweren Fällen Bauchwassersucht und Wasseransammlungen.

Ebenfalls werden Entzündungen der Muskeln und Schleimhäute beobachtet, epilepsieähnliche Anfälle, Lähmungen und Bewegungsstörungen sind möglich. Unbehandelt führt die akute Form innerhalb weniger Tage zum Tod durch Atemnot, Anämie und Nierenversagen.

In Gegenden, in denen Babesiose häufig vorkommt (Ungarn zählt dazu), sind die Jungtiere häufig durch Antikörper der Mutter geschützt, die sie mit der Muttermilch aufnehmen. Sie werden zu immunen Überträgern und zeigen, wenn infiziert, eher einen chronischen oder subklinischen Verlauf (intermittierendes Fieber, Blutarmut, allgemeine Schwäche).

Die Diagnose findet mittels einer Blutuntersuchung statt oder durch den Nachweis des Erbmaterials des Erregers (PCR).

Bei einer Infektion sollte die Behandlung so schnell wie möglich eingeleitet werden.

Antiprotozoika wie Imidocarb oder Diminazen sind gegen B.canis gut, gegen „kleine Babesien“ dagegen nur wenig wirksam.

Eine Kombination aus Atovaquon und Azithromycin kann auch chronische Infektionen mit B.gibsoni heilen.

In akuten Fällen ist bei einem Hämatokrit unter 20 eine Bluttransfusion oder die Gabe von Hämoglobin-Glutamer 200 angezeigt.

Prophylaxe:

Zeckenmittel sollte abweisend wirken UND Zecken, die sich dennoch angeheftet haben, sofort abtöten.
Halsbänder, Spot-On-Präparate, Tabletten

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