Wir hatten Besuch!

Kolleginnen unseres Partnervereines Pfotenhilfe Ungarn e.V. waren im September 2015 zu Besuch und Anke hat ihre Eindrücke niedergeschrieben, denn wer eine Reise tut........hat immer etwas zu berichten: 

Ungarnaufenthalt Petra und Anke, Septemeber 2015:

  

Dieses Mal hatten wir eine Ungarn-Reise und einen Ungarn-Aufenthalt „der anderen Art“ :-)) Wir sind, wie immer, die vielen Kilometer angereist. Dieses Mal ganz anders, denn dieses Mal sollte uns die Bahn chauffieren und kein Auto. Wir wollten die schöne Landschaft während der Fahrt anschauen und die Zeit nutzen schon über viele Dinge zu sprechen, um schließlich ausgeruht und voller Ideen und Tatendrang in Ungarn anzukommen.

Soweit unsere Gedanken. Soweit so gut. Denn bereits in Süddeutschland waren wir ziemlich schnell mitten drin in der derzeitigen Flüchtlings-Problematik! Sämtliche Grenzen waren mal geschlossen, mal wieder für wenige Stunden geöffnet. Irgendwie war es ganz egal, ob wir in Deutschland oder in Österreich oder in Ungarn waren, überall war das Chaos groß.

Noch relativ im Zeitrahmen schafften wir es, Deutschland zu verlassen, um durch das schöne Österreich zu fahren. Nur, dort wollte man uns gar nicht mehr loswerden! Denn die Bahn beschloss, nicht weiter als Wien zu fahren! Wenig ideal, wenn man noch ein paar hundert Kilometer weiter möchte.

 

Denn nachdem uns klar wurde, dass wir weder mit der Bahn, noch mit einem Bus, noch mit einem Leihwagen weiter kommen würden, blieb uns nur eines, nämlich mit Ungarn Kontakt aufzunehmen und zu beratschlagen, was nun?

Tja und „Nun“ sagte: Plan A: Abendessen Budapest streichen! Plan B einsetzen: Wien angucken, Lokal suchen, lecker Abendessen, Adresse fürs Navi durchgeben, warten!

Gesagt, getan und ca. 4 Stunden später wurden wir von Gabor abgeholt, unproblematisch, hilfsbereit und relaxt wie immer! Unser Dank war groß, und unserer Stimmung hatte dies keinen Abbruch getan, im Gegenteil, wir hatten eine Menge Spaß.

Nachdem uns Ungarn dann mit ein wenig Verspätung wieder hatte, fielen wir im wahrsten Sinne des Wortes ins Tierschutz-Zentrum ein, verbrachten den ersten Tag auch ausschließlich damit, alle Hunde zu besuchen, viele Streicheleinheiten zu verteilen und uns stetig neu zu verlieben, denn ein Hund ist toller als der andere.

 

Ein bisschen gearbeitet haben wir auch, trotz Sonntag, denn im Tierschutz-Zentrum wird es einen neuen großen Auslauf geben. Diesen galt es zu vermessen und abzustecken, so dass wir ausrechnen konnten, wie viel Zaun und Arbeitsmaterial nötig sein wird.

Das Wetter meinte es sehr, sehr gut mit uns, denn es war mehr als sommerlich warm, um nicht zu sagen heiß.
Gabors Pferd und auch seine Esel guckten uns neugierig zu und Petra war es oft nicht ganz geheuer, den heißen Pferdeatem in ihrem Nacken zu spüren.

 

Den Tag ließen wir ruhig ausklingen mit einem gemütlichen Abendessen. Wir hatten großen Hunger, und die von uns bestellten Portionen waren seeeehr groß, wurden aber tapfer von uns vertilgt.

Am Montagvormittag ging es zuerst in einen Baumarkt, denn, wie bereits erwähnt, wollten wir gerne die Zäune und alles was dazu gehört bestellen.
Im Anschluss besuchten wir das Tierheim in Kecskemet, schauten nach unseren Vermittlungshunden und freuten uns, sie wieder zu sehen.

Mit Alfonzo hatten wir eine Menge Spaß: er ist so ein drolliges und liebes Kerlchen, dass es uns wieder aufs Neue unbegreiflich ist, warum ausgerechnet er sooo unglaublich lange warten muss. Umso schöner war dann nach unserer Rückkehr die Nachricht, dass Alfonzo endlich Interessenten hat und nun bald in sein neues Zuhause reisen darf!

Petra hatte sich auch direkt in ihn verliebt, und wenn man sich die Fotos von ihr und ihm anschaut, bleiben hier auch keine Zweifel!

Ich habe mich besonders gefreut, Ipoly wieder zu sehen, denn er ist ein wirklich toller Hund und ein Gute-Laune-Packet! Ipoly hat sich gemausert. Er hat es endlich geschafft, aus seinem Einzelzwinger auszuziehen, da er nun mit Polly  vergesellschaftet werden konnte. Heißt, so unverträglich wie bisher angegeben, ist Ipoly nicht. Mit einer netten Hundedame kann er es sich offensichtlich vorstellen, zusammen zu leben. Steigert dies nun seine Vermittlungschancen? Ich wünsche es mir sehr für ihn!

Wir haben nach Cafrang geschaut, der bereits 6 Jahre im Tierheim auf eine Veränderung in seinem Leben wartet. 6 Jahre, das muss man sich mal überlegen...

Das ist ein halbes Hundeleben!
Cafrang braucht Menschen mit Zeit, Geduld und Ruhe. Wenn wir diese finden, dann könnte es für Cafrang ein Neuanfang werden.

Auch all die so genannten Listenhunde wie Burhan, Zeller und Co haben wir besucht. Für diese ist nun auch die Situation insofern verändert, als wir sie in die Vermittlung aufgenommen haben. Wir meinen nämlich, so haben sie zumindest eine Chance, in Ungarn oder in Länder, in die sie vermittelt werden dürfen, ausreisen zu können. Zumindest gesehen werden sie und so finden sich möglicherweise auch Interessenten.


Doris, die noch recht junge Terrier-Mischlingshündin wartet mittlerweile auch schon so lange auf ein Zuhause. Im Tierheim ist sie völlig unterfordert und langweilt sich. Doris klettert dann mal eben aus Langeweile in ein anderes Gehege und beschäftigt sich so selbst. DAS ist natürlich nicht gewünscht und wird auch unterbunden, da dies für Doris im Zweifelsfall auch gefährlich werden könnte. Vielleicht finden wir nun auf diesem Weg ihre Menschen?

Am Mittag sind wir zurück auf die Ranch, und versorgten dort zusammen mit Moni einzelne Hunde.
Zum Beispiel Houdini: deren verfilztes Fell wurde geschnitten und gesäubert, so dass auch ihre bereits in Mitleidenschaft gezogene Haut besser atmen kann. Houdini ist eine tolle und total liebe Hündin, die sich sicher sehr über ein eigenes Körbchen freuen würde.

Ich bin dann irgendwann nachmittags bei meinem großen Freund Tyson „hängen“ geblieben, denn Tyson ist einfach nur toll! Er ist so unglaublich verschmust, dass man eigentlich gar nicht mehr von ihm weg kommt, selbst wenn man schon vor Ewigkeiten weiter gehen wollte. Tyson schmeißt sich mit vollem Körpereinsatz an einen ran, legt sich auf den Rücken, lässt sich den Bauch kraulen und fesselt einen mit seinem Blick.

Für Tyson werden wir alles tun, was wir können, um ihm die Schmerzen zu nehmen, für ihn zu sorgen, für ihn noch einmal ein eigenes Zuhause zu finden. Er braucht Menschen, die Zeit haben für ihn, die sich um ihn kümmern, die ihn als Einzelprinz adoptieren wollen, da Tyson keine anderen Hunde um sich herum braucht und es auch verdient, die volle Aufmerksamkeit seiner Menschen zu bekommen. Wir wünschen uns für ihn, dass er bald schmerzfrei laufen kann, dass sein Platz irgendwann ein gemütliches Körbchen ist oder eine bequeme Couch, die er sich mit Herrchen oder Frauchen teilen darf!

Den Abend brachten wir ganz gemütlich zu, mit leckerem Essen, gemeinsam zubereitet, mit guten Gesprächen in angenehmen Temperaturen, so dass wir bis spät draußen sitzen konnten. Themen und Ideen haben wir mehr als genug, so dass wir manches Mal nicht wussten, womit anfangen.

 

Der nächste Morgen begann damit, dass wir uns nach Csongrád aufmachten, um dort das Menhely zu besuchen. Gabor wollte an diesem Tage gemeinsam mit Lajos, dem Mann der in Csongrád die Hunde versorgt, ein neues Tor in einem der Zwinger einbauen. Dieses musste aber erst in mühseliger Kleinarbeit geschweißt werden. So nahmen diese Arbeiten den halben Tag in Anspruch, wovon wir bereits separat berichteten.

Während die Männer also sägten, schweißten und werkelten machten sich Petra und ich an die Arbeit, um dort die Zwinger der Hunde von Unrat zu befreien, uns die Hunde anzuschauen und den einen oder anderen auch zu fotografieren.

Wir wurden dort schnell auf Julcsika und ihre Babys aufmerksam. Sobald wir sie sahen war klar, sie nehmen wir im Anschluss an diesen Tag mit!

Im Menhely Csongrád liegt noch vieles im Argen. Es gibt dort noch viel zu tun. Für einen Hund, der so hautkrank ist, ist das Menhely Csongrád kein Platz, und für eine Hundemutti mit vier Welpen ebenfalls nicht. Julcsikas Fell war so von Ungeziefer verseucht, dass wir die Parasiten mit bloßem Auge sehen konnten. Sie können sich vorstellen, schon alleine der Gedanke hieran, ließ unsere Haut jucken.

Es gibt viele gute Ansätze in Csongrád, aber es ist auch noch viel Erklärungsbedarf, und wir müssen manche Dinge einfach langsam und Schritt für Schritt angehen, ohne die Menschen vor den Kopf zu stoßen.

Beim Saubermachen räumten wir viel Schutt und Geröll weg, entsorgten ein paar tote Ratten, und ja, Sie lesen richtig, empfindlich darf man hier nicht sein: das Gelände muss stetig weiter von Parasiten befreit und desinfiziert werden.

Während des Säuberns sahen wir Toni und Jenö, die beide verschüchtert in der Ecke saßen. Deren Leben wird sich auch nur ändern, wenn wir irgendwann die menschliche und finanzielle Kapazität haben, mit ihnen zu arbeiten.

Syzrenyke ist eine total hübsche Hündin, schüchtern aber interessiert. Für sie würden wir uns freuen, wenn sie bald ein schönes Zuhause finden könnte.

Morzsi ist kurz gesagt: quadratisch-praktisch-gut:)! Sie hat einen sooooooooo schönen dicken Popo, sie wackelt damit, wenn sie sich freut, und sie ist ein wirkliches Unikat. Wo sind Morzsis Menschen? Sie bekommen mit ihr einen ganz besonderen Hund!

Nagypapa zu sehen hat uns auch sehr gefreut. Dem alten Herrn ging es augenscheinlich gut, und er verhielt sich aufgetauter als noch im Juni. Er roch an unseren Händen und war weniger ängstlich. Vielleicht geschieht das Wunder und der Senior bekommt noch ein Zuhause?

Csoki und Cuki sind beides bildhübsche Hunde mit tollen, eindringlichen Augen. Beide sind neugierig interessiert und nur wenig zurückhaltend. Bestimmt wäre ihnen noch vieles fremd, aber da sie sich sehr offen zeigen, gehen wir davon aus, dass sie bereit wären Neues zu lernen.

Der Tag in Csongrád war extrem heiß, die Arbeiten waren anstrengend und unsere Mägen hingen uns in den Kniekehlen als es soweit war uns auf den Rückweg zu machen. Bevor wir jedoch an Abendessen denken konnten, galt es erst einmal Julcsika und ihre vier Babys einzuladen und auf dem Rückweg zu Ranch noch schnell ein paar Einkäufe zu tätigen.

So kamen wir am späten Abend im Tierschutz-Zentrum an, brachten Julcsika und ihre Babys sicher unter, versorgten sie alle mit Wasser, einer Abkühlung und Futter und beobachteten wie Julcsika begann sich nach anfänglichem Stress zu entspannen. Julcsika ist eine tolle Hundemami!

 

Danach hießt es für uns, raus aus den verschwitzten Klamotten, der Reihe nach unter die Dusche und daaaaaaaaaaaaaaaaann, dann haben wir eine Kleinigkeit gekocht und lecker gegessen!

Nach dem Abendessen gingen Petra und ich noch die Hunde der Krankenstation versorgen und Nacht-frisch machen. Gabor ruhte sich in der Zeit von uns Grazien aus :-)) um dann später wieder gemeinsam bis spät mit uns auf der Terrasse zu verweilen und über unser Erlebtes wie auch über die daraus entstandenen Ideen zu sprechen…………auch diese Nacht sollte kurz sein.

Im Tierschutz-Zentrum beginnen die Tage früh und bekanntlich sind ja, wenn wir dort sind, die Nächte besonders kurz. So klingelte der Wecker gegen halb sechs, aber, wer braucht schon einen Wecker auf der Ranch?

Gismo und Freunde beginnen den Tag mit einem kleinen Konzert, man wird mitgenommen auf eine wunderbare Reise aus heulendem Singsang und bellendem Musizieren. Wer mich kennt weiß, dass ich eigentlich nicht der Morgen-Mensch bin, aber in Ungarn ist das immer komplett anders! Ich liebe diese Geräuschkulisse, auch und gerade morgens um 5, denn das gehört für mich zu Ungarn und ohne sie würde mir etwas fehlen.

Petra, die von uns beiden sehr wohl eigentlich der Morgen-Mensch ist, kann meine Vorliebe nicht ganz nachvollziehen aber da musste durch!

So begannen die Tage jedenfalls sehr früh und gegen halb sieben stand dann das große Füttern an. Gemeinsam mit Gabor und Attila einem sehr netten und kompetenten Mitarbeiter fütterten wir die Hunde, ließen uns einweisen, wie, wer, was bekommt bzw. wer separat gefüttert werden muss.

Mörfi, unser kleines Bärchen zum Beispiel, muss separat gefüttert werden weil er ja noch immer auf Diät ist. DAS muss bei Mörfi kontrolliert werden, denn sonst haut er richtig rein, auch vom Futter der anderen.

Gabor hatte ein Menge Spaß zuzusehen, wie Mörfi jeden Morgen schneller im anderen Zwinger war um sein Futter zu bekommen als ich; jeden Morgen musste ich mir anhören: du bist zu laaaaaaaaaaaaangsam!

Pamacs hat sich eine kleine „Sonderstellung“ erarbeitet, er darf immer den ganz großen Kübel leer lecken und, glauben Sie mir, dies tut er mit Nachdruck und Eifer. Sowieso ist Pamacs ein ganz lustiges Kerlchen. Kein Jedermanns-Hund, da er schon seinen eigenen Kopf hat und gerne Regie führt, aber ein Hund, der es verdient zu lernen dass ein Hundeleben auch schön sein kann, wenn er Vertrauen schenkt und die Kontrolle seinem Herrchen oder Frauchen überlässt.

Nach der Fütterung gilt es, alle Zwinger und Unterbringungen zu säubern, die Hunde in verschiedenen Gruppen in die Ausläufe zu lassen. Spiel, Spaß, Fun und Streicheleinheiten stehen an, außerdem auch Üben und Trainieren. Das Versorgen der Kranken darf natürlich nicht vergessen werden.

Vuk hat sich extrem gut entwickelt. Er hat ganz viel Spaß und kann sich wirklich prima selber beschäftigen. Eine Nuss ist ausreichend und für Vuk beginnt sein Spiel. Er tollt und rollt mit der Nuss oder Kastanie, legt sich auf den Rücken, streckt alle Viere in die Luft und vergisst dabei Zeit und Raum! Aber Vuk hat auch gelernt, dass die Hand der Menschen ihm nicht zwangsläufig etwas Böses tut.

Unser Kollege Attila hat viel mit Vuk geübt. Wie man auf den Fotos schön sehen kann, nimmt Vuk Leckerlies aus seiner Hand. Ein toller Fortschritt!

Wenn man die Truppe Shiva, Haver, Beni, Fido und Mörfi gemeinsam in den Auslauf lässt, wackeln die Wände und man hat eine Menge Spaß! Fido, so klein er auch ist, so kurz seine Beinchen auch sind, er springt in einem Satz über die Verandamauer, Benni macht es ihm direkt nach und Shiva rennt mit Haver über die Ranch, als ob sie vom Hafer gestochen wäre. Und ja, sogar Mörfi bewegt sich schnell, hüpft und lässt merken, dass ihm seine immer dünner werdende Figur gut tut.

Mit Kantor, Roxy und Elany hat man drei tolle Schäfis im Auslauf, die in sich ruhen und alles langsamer angehen. Nur Roxy fällt da ab und an ein wenig aus der Rolle und holt sich begeistert ihre Streicheleinheiten ab.

Axel ist richtig groß geworden, er ist eine hochbeinige Schönheit geworden. Es wäre gut für ihn, wenn er bald ein Zuhause finden könnte, in dem er ausgelastet wird. Axel muss erzogen werden, alles lernen; er braucht geduldige, konsequente und lauffreudige Menschen.

Die Schäfis Charle und Doris sind ein tolles Team, sie sind gemeinsam untergebracht, verstehen sich gut, und beide freuen sich wenn sie sich Leckerlies abholen dürfen.

Inesz, die Komodorhündin, ist eine tolle Erscheinung! Sie ist nicht nur hübsch sondern auch besonders liebenswert.

War sie noch vor 3 Monaten eine richtige Angsthündin, so kann man sagen, dass sie jetzt Fremden gegenüber zwar noch sehr schüchtern ist, aber durchaus gelernt hat ihrer Ängste Herr zu werden. Gabor und sein Team haben gerade bei Inesz einfach grandiose Arbeit geleistet! Ohne unsere Kollegen vor Ort hätte Inesz keine Chance gehabt. Wie ihr Leben weiter verlaufen wäre, nun, darüber möchte ich gar nicht nachdenken.

Wir wünschen uns für Inesz, dass wir nun schnell ihre Menschen finden, so dass sie endlich die Vorzüge eines Hundelebens erfahren darf und genießen lernt.

Während wir nun abwechselnd in Entzückung gerieten, wie toll doch jeder der einzelnen Hunde ist, durften wir auch nicht vergessen, dass noch ein Abendessen anstand mit den Mitarbeitern der Ranch. Hier kamen Petras Kochkünste zum Einsatz, denn es galt auch eine interne Wette zwischen ihr und Gabor einzulösen…. Am Vortag hatten wir bereits alle nötigen Lebensmittel eingekauft, dachten wir zumindest, und somit ging es zwischendurch ab in die Küche und vor den Herd! Dann mussten wir allerdings feststellen, dass doch noch einige wichtige Zutaten fehlten. Wie so oft musste Gabor einspringen der noch unterwegs war, und die fehlenden Zutaten einkaufen. Danke Gabor :-))

Am Abend dann genossen wir alle gemeinsam ein super leckeres Abendessen in geselliger Runde. Wir dürfen sagen, auch hier waren wir alle wieder so satt, dass wir uns kaum mehr bewegen konnten.

Auf der Ranch jedoch ist ein früher Feierabend Fehlanzeige, denn wie jeden Abend warteten noch ein paar Hunde, die in der Krankenstation untergebracht sind, darauf versorgt zu werden und auch noch einmal in den Auslauf zu dürfen.

Während Gabor die Kollegen der Ranch nach Hause brachte, nahmen Petra und ich uns dieser Abendaufgabe an. Wir freuten uns zu sehen, dass Tyson gut drauf war, Houdini sich freute uns zu sehen, und auch all die anderen dort untergebrachten Hunde wohl auf waren.

Im Dunklen staksten wir ca. eine Stunde später über die Ranch zurück zum Wohnhaus und nahmen unseren allabendlichen Platz auf der Veranda ein. Schnell genug war auch Gabor zurück. Wie an den Tagen und Abenden zuvor, vertieften wir uns nun in lange Gespräche und hatten dabei auch eine Menge Spaß.

Das Singen der Hunde begann am darauf folgenden Morgen gegen 4 Uhr!!! Was genau die Vierbeiner bewogen hatte, noch früher in ihren Chor einzufallen als üblich wissen wir nicht. Sicher ist, dass das Verlegen von vier kleinen Rackern in den vorderen Bereich des Tierschutz-Zentrums keine gute Idee war, denn Timo, Felix, Dark und Leines mussten sich Mikrofone geliehen haben, so laut sangen und riefen sie, dass wir doch alle aufstehen sollten um ihnen beim Singen zuzusehen :-))!



Können Sie nachvollziehen, dass wir für die vier sehr schnell einen Namen parat hatten? Und, dass der da lautetet die A……- Gäng:-))! – upps

Nicht böse gemeint, aber vier Uhr fand selbst ich ein wenig übertrieben!

Egal, noch ca. 1,5 Stunden Zeit bis zum Aufstehen verbrachten wir mit Einschlafen, Aufwachen und den Hunden zuhören. Am späteren Morgen, als alle wachen waren und wir mit den Fütterungen und Säuberungen beschäftigt waren, siedelten die vier Chorsänger dann direkt in einen anderen Teil des Tierschutz-Zentrums um.

Während Petra und ich mit den alltäglichen Ranch-Arbeiten beschäftigt waren, hatte Gabor ein paar Termine.

Wir freuten uns mit den Hunden gemeinsam im Auslauf zu sein, viele beobachten, um sie so auch besser kennen zu lernen und so bessere Einschätzungen geben zu können.

Teddy ist ein so toller Hund! Er ist schön anzusehen, und er liebt es Aufmerksamkeiten von uns Menschen zu bekommen. Er klebt einen im wahrsten Sinne des Wortes am Bein und läuft für sein Leben gerne so neben einem her.

Sugar strahlte wie immer übers ganze Gesicht, sowohl Pamacs als auch Juno haben sich mit Moni und uns ebenfalls gut amüsiert:-))!

Attila, der große, freundliche, weiße Bär hat eine Menge Power und Shatar kann wahrscheinlich keine Minute still stehen. Für Shatar wäre es toll, geduldige und gleichzeitig sportliche Menschen zu finden, die ihn auslasten und mit ihm Spaß haben können.

Jordan begeistert uns jedes Mal aufs Neue und jedes Mal fragen wir uns, WARUM nur will keiner Jordan adoptieren? Mit ihm bekommen Sie einen echten Freund an ihre Seite, der sie gerne und bereitwillig überall hin begleiten möchte. Andere Tiere braucht Jordan nicht um sich herum, dies ist sein einziges Manko!

Tja, und so könnte ich noch über jeden Einzelnen Romane schreiben, denn es sind alles so tolle Hunde, dass man sich fast gar nicht entscheiden kann, wer am tollsten ist:-))!

Für alle aber wünschen wir uns ein Zuhause, so dass sie einen neuen Lebensabschnitt beginnen können und dazu ihr frei gewordener Platz einem anderen Notfall zur Verfügung gestellt werden kann.

Am Mittag machten wir „blau“ ……….!

Die Temperaturen waren über 35 Grad angestiegen. Gemeinsam mit Gabor und ein paar Freunden, luden wir sie und deren eigenen Hunde ein und fuhren an einen See, um dort die Seele baumeln zu lassen, den Hunden zuzusehen, wie sie sich mit Schwimmen und Rennen und Springen die Zeit vertrieben. Herrlich!

Am Abend, der schon wieder unser letzter sein sollte, aßen wir gemeinsam, noch einmal fassten wir alles zusammen, was wir besprochen hatten und in Zukunft umsetzen möchten. Viele neue Ideen und Projekte entstanden. Sie können sicher sein, uns wird es nicht langweilig werden.



Wenn man so direkt am Geschehen ist, realisiert man noch genauer, wie viel unsere Kollegen in Ungarn jeden Tag, jede Minute leisten und welch emotionale Achterbahnfahrt sie mitunter, täglich erleben.

Es gibt Notfälle über Notfälle, ständige Schreckmomente und natürlich auch ganz viele tolle Erlebnisse!

Von zuhause aus ist es leicht zu denken oder zu rufen: „ Bitte mach mal, bitte hol mal, bitte nimm diesen oder jenen Hund auf, kümmere dich bitte oder gar, entscheide du, du bist ja vor Ort! Und so weiter und so weiter…

Vor Ort sieht die Sache ein wenig anders aus, denn man muss immer schauen: wie viel Platz ist vorhanden, wie notfallartig ist der Notfall, was ist die richtige Entscheidung für den Einzelnen, für alle anderen?

Tierschutz hat ganz viele, tolle Momente! Ganz viel Glück und Freude, aber Tierschutz bedeutet manches Mal auch schwere Entscheidungen treffen zu müssen, ganz hart zu kämpfen für die eine oder andere Behandlung und deren Kosten!

Ich möchte hier nicht enden, ohne auch über Bobi berichtet zu haben. Bobi ist ein sehr alter Hund, der in seinem bisherigen Leben wahrscheinlich nicht viel Gutes erleben durfte. Er wurde nun zwar aus der Tötung in Bekés gerettet, aber jetzt ist er bereits alt und verbraucht, am Ende seiner Kräfte.

Für Bobi gab es Interessenten die ihm, genau diesem alten Knopf, noch ein paar schöne Wochen oder vielleicht Monate schenken wollten, aber Bobi begann kurz vor einer Ausreisemöglichkeit zu schwächeln und sein Zustand wurde täglich schlechter.

Wir sahen Bobi, umsorgten ihn, streichelten und fütterten ihn, verbrachten Zeit mit ihm. Petra und ich hatten beide Tränen in den Augen, denn Bobi ist ein toller Hund, aber er wird nie mehr erfahren, wie es sich in einer Familie anfühlen kann. Bobi ist schwach. Wir haben in seinem Sinne entschieden und bestätigt, dass wir ihm eine Reise nicht mehr zumuten dürfen!

Er wird im Tierschutz-Zentrum bleiben. Er wird dort versorgt und gepflegt werden, bis er irgendwann die Reise über den Regenbogen antreten wird.

Unsere Kollegen geben alles für ihn, seine Familie hier in Deutschland denkt ebenfalls ganz viel an ihn und wir, wir ziehen den Hut ein Mal mehr vor der täglichen Arbeit im Tierschutz-Zentrum, zu der auch genau solche Situationen gehören. Danke an das ganze Team für euren selbstlosen Einsatz!

Am Tag unserer Heimreise funkelten morgens um 5 Uhr tausende Sterne über dem Himmel von Kecskemét, Wehmut machte sich breit, aber auch die immer wiederkehrende Gewissheit, dass wir wieder kommen. Zurück zur Ranch, zurück zu „unseren Hunden“, zurück zu den Menschen dort, die uns mittlerweile alle sehr nahe sind!

Die vielen Projekte und Ideen, die wir in dieser Woche in Ungarn besprochen haben, werden wir Ihnen vorstellen. Wir hoffen, dass auch Sie jedes einzelne, neue Projekt Unterstützens wert finden, und wir weiterhin gemeinsam den Hunden in Ungarn helfen können.

Danke an das Team des Tierschutz-Zentrums für seine Zeit und Geduld uns Dinge zu zeigen und beizubringen, Danke Gabor, für alles was du für uns tust!!!

Liebe Grüße Anke

P.s: Auch wir vom Tierschutz-Team sagen danke! Wir freuen uns schon auf euren nächsten Besuch:)!
Team Tierschutz-Zentrum

 

 

 


 

 

 

 

 

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