Bericht: Besuch April 2016

Ungarnbericht April 2016 Maike und Anke

Frühling in UngarnUnsere Tierschutz-Kolleginnen ware wieder einmal zu besuch und es gibt wie immer viel zu berichten:).....

Im April war ich mit Maike in Ungarn. Unsere Hinfahrt, gemeinsam mit Gabor und Iris einer weiteren Tierschutzkollegin, gestaltete sich als kleine Abenteuerreise.

Wir erlebten eine lange, sehr lange gemeinsame Fahrt, wir „probierten“ verschiedene Autos aus und hatten irgendwie auch so ziemlich jedes Wetter, das es gibt. Unsere Hin-Fahrt endete nach über 22 Stunden, mitten in der Nacht bei dichtem Nebel, und wir alle waren schlaftrunken und völlig am Ende unserer Kräfte!

Aber auch diese Fahrt wird unvergesslich bleiben, weil wir nette Gespräche und trotz der Umstände eine gute Stimmung an Bord hatten!

Todmüde fielen wir also ins Bett um nach ca. 2,5 Stunden wieder aufzustehen, da der neue Tag angebrochen war und die Arbeit rief! Auch das ist Ungarn!

Dieses Mal war unser Ungarnaufenthalt insgesamt ein sehr ruhiger und damit meine ich, dass wir die meiste Zeit auf der Ranch waren und dort sehr viel Zeit mit den Tieren verbracht haben. Oft wird man da dann sehr ruhig, sehr melancholisch, denn so live vor Ort wird man einfach immer wieder mit Tatsachen konfrontiert, die wir generell ja wissen, aber die man sich nochmal extra so richtig klar macht wenn man vor Ort ist.

Zum Beispiel habe ich viel über einzelne Hunde nachgedacht, die ich schon seit Jahren kenne und die irgendwie langsam als fast chancenlos anzusehen sind, da keiner sich je für sie interessiert hat .

                                  

Bedenken Sie einmal welches Gefühl es ist , Jordan zu sehen und zu erleben und auch jedes Mal aufs Neue begeistert zu sein von ihm, da er wirklich ein toller und super freundlicher Hund ist. Er freut sich über unseren Besuch, er lässt sich streicheln und sein Blick...ja, der, der berührt mich jedes Mal ganz besonders, denn er strahlt so viel Zuneigung und Hoffnung aus. Und dann weiß ich, dass ich auch dieses Mal wieder gehen muss ohne Jordan mitzunehmen...zum wievielten Mal? Ich weiß es nicht mehr.

Auch Mörfi kenne ich schon Jahre. Er ist ein besonders freundlicher, gut verträglicher, lieber und knuffiger Hund , der keiner Fliege etwas zu Leide tun kann, und der dennoch seit Jahren einfach unsichtbar scheint für Leser auf unserer Seite.

Dann wiederum gab es im Tierschutz-Zentrum viele schöne, beeindruckende und unvergessliche Momente: z.B. wenn man miterleben darf wie Tyson, damals noch mit riesigen Stäben in den Vorderbeinen, einfach entspannt im Sand in der Sonne liegt und die Wärme auf seinem Fell genießt. Das sind Momente, in denen man begreift, dass man auch mal mit wenig zufrieden sein sollte, und dass es immer irgendwie die kleinen, leisen Momente sind, die Glück bescheren und weniger die großen lauten.

Auch Odin hat es geschafft mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, da er einfach und ganz unbekümmert zu mir kam, sich streicheln ließ und dies so sehr genoss. Nun frage ich mich, wie aber kann es Odin oder wir schaffen auch Ihnen so einen Moment zu schenken, in dem Sie ein Lächeln ins Gesicht gezaubert bekommen weil sie an Odin denken? Was nur können wir für ihn tun, dass er von Ihnen gesehen wird und er ein Zuhause finden kann?

Als Maike und ich im großen Auslauf waren, hat uns Shatar verzaubert, auch wie jedes Mal, denn auch er ist so ein toller Hund den einfach niemand sieht! Wenn ich ihm in die Augen blicke dann bricht es mir fast das Herz, dass ich wieder gehen werde und mein Versprechen nicht wahr machen kann, auch für ihn ein Zuhause zu finden. Mit Babszi, Bibi, Bubi, Dark und Felix hatten wir eine Menge Spaß, sie alle sind unbeschwert, lieb, neugierig und voller Energie.

Keiner von ihnen hat bisher ein Zuhause finden können obwohl sie alle offene und nette Hunde sind…….

Und dann, nach dem Spaß, nach dem Spiel, dem ganzen Staub und Sand zwischen den Zähnen, dann fangen sie wieder an - diese Gedanken, die mir durch den Kopf gehen… Dann kommen sie wieder, die immer unbeantworteten Fragen nach dem Warum und dem Wieso….

Mit dem Tierschutz-Zentrum ist so eine tolle Stätte für Tiere in Not entstanden, hier bekommen sie die Chance sozial aufzuwachsen, hier erfahren sie Fürsorge, Zuneigung und lernen Vertrauen zu fassen, zu uns Spezies Mensch. Nur geht die Idee Auffangstation nicht auf, wenn alle Tiere die dort aufgefangen werden, dort bleiben.

Das ist ähnlich wie mit Pflegestellen. Dort gelten auch für viele Menschen die Tiere als bereits gerettet und kaum einer schaut mehr nach ihnen.

Unser Ziel ist es Platz zu schaffen für die, denen sich noch keiner angenommen hat, um sie zu therapieren, zu sozialisieren und ihnen einen Weg in eine bessere Zukunft zu ebnen. Vermittlungen sind nicht unser Hauptanliegen, aber -und das habe ich schon immer für mich so ganz fest im Kopf-, für die im Hier und Jetzt gibt es keine andere Chance als ihnen ein Zuhause zu suchen; denn Kastrationsprogramme und Aufklärungen, die für uns ganz wichtig sind, kommen für sie zu spät…nicht aber ein besseres, umsorgtes Leben!

                                  

Wir haben so viel Tolles und Wichtiges vor im Tierschutz-Zentrum und ich hoffe, dass wir es schaffen unser neustes Groß-Projekt zu verwirklichen!

Bitte informieren Sie sich hierzu demnächst auf unserer Homepage.

All diese und noch viel mehr Gedanken gehen mir immer wieder durch den Kopf und in Ungarn jedes Mal ganz besonders. Allerdings haben wir natürlich auch viele Momente die uns glücklich machen, weil wir miteinander sprechen, weil wir miteinander Ideen aushecken, und weil wir die Zeit nutzen Tierschutz gemeinsam zu machen!

Neben den stillen und leisen Moment gibt es auch die lauten und lustigen, und wer je mit Gabor zu Terminen fahren musste, der weiß dass hier oft kein Auge trocken bleibt. Wir hatten eine wirklich lustige Fahrt nach Tiszakécske und auch dort einen eigentlich schönen Tag. Wir fuhren über Wald und Feld und auch über Wasser und im Tierheim angekommen stand dort ein Reporter um uns über unsere Tierschutz-Arbeit zu interviewen.

Ich war leicht geschockt als dieser auch noch relativ gut deutsch sprach, hatte ich doch gehofft, dass Gabor hier das Sagen übernehmen würde, aber Pech gehabt: wir mussten beide Rede und Antwort stehen. Vielleicht bekommen wir irgendwann auch das von dem jungen Reporter Zusammengefasste zu lesen, dann veröffentlichen wir diesen Bericht gerne für Sie.

In Tiszakécske hatten wir auch Cezsar zum ersten Mal gesehen und kennen gelernt, wie er dort stand mit offenen und tiefen Beinwunden aber einem Blick voller Zuversicht und Vertrauen in uns. Heute lebt er im Tierschutz-Zentrum, seine Wunden genesen und er sucht ein Zuhause! Auch in Csongràd sind wir natürlich gewesen und haben uns auch dort von vielen der Tiere begeistern lassen. Foltos ist eine so tolle Hundemami und ihre kleine Familie war herzallerliebst anzusehen. Mogyoro hat uns begeistert durch seine so ruhige und entspannte Art. Er hat mittlerweile ein Zuhause gefunden und auch seine Familie ist ganz begeistert von ihm. In Csongràd leben viele Tiere mit denen gearbeitet werden müsste.

Aber solange aus dem Tierschutz-Zentrum nur wenige der aufgenommenen Hunde ein passendes Zuhause finden, können nur wenige Ausnahmen umziehen, das ist schade. Daher hoffen wir immer wieder aufs Neue, dass Sie doch den einen oder anderen unserer Schützlinge entdecken, ihn adoptieren und so gleichzeitig helfen einem Zurückgebliebenen eine Chance zum Umzug ins Tierschutz-Zentrum zu bieten oder generell einen Platz frei zu machen für einen Notfall.

Ungarn wäre nicht Ungarn wenn wir nicht auch dieses Mal, gut gegessen hätten. Wenig Schlaf hatten wir auch und ich konnte natürlich auch dieses Mal nachts wieder dem Singen der Hunde lauschen.

Jede Jahreszeit auf der Ranch hat etwas, der Frühling allerdings taucht alles in eine wahre Blütenpracht und wenn man dann in einem der stilleren Momente auf der Veranda sitzt oder irgendwo an einen Zwinger gelehnt steht, dann wünsche ich mir oft, dass die Zeit zumindest für einen sehr langen Augenblick still stehen würde! Mit jedem Mal wenn ich dort bin fällt es mir schwerer wieder in meinen Alltag zurück zu finden, ein Abschied fällt immer schwer und eigentlich bin ich oft noch nicht weg, da freue ich mich schon auf das nächste Mal.

Wie jedes Mal ist es unmöglich über alle Eindrücke zu schreiben oder über alle Hunde zu berichten. Manches kann ich auch noch gar nicht in Worte fassen, denn in meinem Kopf schwirrt noch ganz viel über das was ich erlebte, über das was ich so gerne verwirklichen möchte und und und...

Darum möchte ich diesen Bericht mit noch weiteren Fotoimpressionen beenden und Gabor für seine Gastfreundschaft, Zeit, Geduld und seine Zusammenarbeit mit uns danken. Ohne ihn und sein Team wäre vieles gar nicht möglich. Danke!

                                  

@Maike, auch Dir ein herzliches Dankeschön für die tollen Tage, die wir wieder mal zusammen in Ungarn hatten und danke, dass auch Du Dich jeden Tag und wirklich jede freie Minute für den Tierschutz einsetzt!

Danke auch an unseren ungarischen Übersetzer, mit dem wir zusammen ein tolles und auch lustiges Abendessen in Budapest hatten und der dank unserer Schreibwut immer sehr viel zu tun hat! Danke Lajos!

Liebe Grüße
Anke für Pfotenhilfe Ungarn und Tierschutz-Zentrum

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